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Patuca soll leben!

Die Harpyie ist der größte Adler der Erde. Bild: U.S. Fish and Wildlife Service, Digital Library System

Im dichten Astgewirr der Urwaldriesen jagt die äußerst seltene Harpyie. Der nach greifvogelähnlichen Wesen aus der griechischen Mythologie benannte Adler ist der mächtigste Greifvogel unserer Erde. Wenn die Harpyie die unzugänglichen Baumkronen durchstreift, ist sie nur für wenige Sekunden sichtbar und hält Ausschau nach Beutetieren wie Faultieren und Affen. Blitzschnell stößt sie vom Himmel herab und erlegt ihre Beutetiere. 

Auch bei der Fortpflanzung ist die Hapyie ein Vogel der Extreme, 56 Tage brütet die Harpie bis die Jungen schlüpfen. Danach muss das Adlerpaar die Jungtiere noch bis zu einem halben Jahr versorgen, bis sie flügge sind. Wegen dieser anstrengenden Aufzucht brütet die Harpyie nur jedes zweite Jahr. Die durch Brandrodung und Jagd dezimierten Bestände erholen sich so nur schwer, deshalb leben nur noch wenige Exemplare in den Regenwäldern Mittelamerikas.

Der Nationalpark Patuca liegt im Osten von Honduras mitten auf der schmalen Landbrücke zwischen Süd- und Mittelamerika

 

 

 

 

 

 

Nur intakte, zusammenhängende Regenwaldgebiete bieten den tropischen Tierarten wie der Harpyie genug Raum zum Überleben. Große Säugetiere wie Jaguar, Tapir und Großer Ameisenbär beanspruchen ein großes Territorium, um als Art überleben zu können. Das letzte Gebiet in Mittelamerika, welches dies gewährleistet, ist der mittelamerikanische Korridor mit etwa 20.000 Quadratkilometern Regenwald. Obwohl die mittelamerikanische Landfläche nur etwa 1% der gesamten Erdoberfläche ausmacht, ist hier ein Artenreichtum von etwa 15% aller Tier- und Pflanzenarten unserer Erde angesiedelt.

Der 3700 Quadratkilometer große Nationalpark Patuca (Honduras) ist Teil des mittelamerikanischen Korridors. Der Nationalpark trägt den selben Namen wie der größte Fluss im Gebiet. Aufgrund seiner Randlage ist der Park besonderem Zerstörungsdruck ausgesetzt: Brandrodung, Wilderei und gelegentlich auch illegaler Holzeinschlag an den Parkgrenzen und entlang von Flussläufen setzen der Natur stark zu. Mit Landwirtschaft auf den gerodeten Flächen versuchen die Menschen, ihrer bitteren Armut zu entgehen.